Dagegen sein

Der Pastor bloggt

Dagegen sein

Jemand sagte, die Corona-Proteste seien wie die Montagsdemos im Herbst 89. Die Person kommt aus dem Westen und verkennt, dass es damals für Demonstrant*innen und Staat um Sein oder Nichtsein ging und der SED-Staat darum sehr viel unduldsamer war als die bundesdeutsche Demokratie heute. Dass damals kein einziger Schuss fiel, ist das eigentliche Wunder.- In Einem aber scheinen mir die Dinge doch ähnlich: Wir wussten im Herbst 89 sehr gut, wogegen wir waren. Und als die neuen Existenzbedingungen über uns kamen, hatten wir keine Zeit mehr darüber zu reden, wofür wir sind. In der Bewältigung des Neuen bekam ein gemeinsames „Für" keine Sprache mehr. Die Corona-Demonstrant*innen eint im kreuz und quer, neben- und gegeneinander ihrer Argumente auch nur ein „Gegen" – und das ist zu wenig, wie ich erfahren habe. Die Christenheit ist, bei allen Irrtümern unterwegs, durch einen Für-Impuls durch die Zeit und auch in den Montags-Friedensgebeten getragen worden: „Ihr habt gehört dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet FÜR die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel." (Matthäus 5, 43f.) Wo dieser Für-Impuls fehlt, bleibt alles Fragment und die Liebe auf der Strecke.

 

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Freitag, 05. März 2021
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