Jattas Reputation

Der Pastor bloggt

Jattas Reputation

In der Mopo weist Chefredakteur Koltermann darauf hin, dass der HSV-Profi Bakery Jatta, wenn er denn gelogen haben sollte, damit keinem von uns geschadet habe. Das mag sein. Aber wie viele Flüchtlinge, die bei Namen und Alter nicht gelogen haben, hatten nie die Chance zu beweisen, dass sie niemandem schaden? Nach Koltermann verdient Jatta schon darum Milde, weil er in fünf Jahren so viel Steuern gezahlt habe, wie unsereins in seinem ganzen Leben nicht. Für mich ist das kein Anlass zur Milde, sondern ein Hinweis darauf, wie unverhältnismäßig die Verdienstmöglichkeiten im Profi-Fußball sind. Fußballer wurden auch nicht als systemrelevant beklatscht, sondern die schlecht bezahlten Steuerzahler*innen hinter den Supermarktkassen und an den Pflegebetten, denen dieser Satz eine Klatsche sein muss. Dieser Kniefall vor dem reichen Jüngling – Koltermann schreibt, Jatta sei längst ein Hamburger Jung geworden – erinnert mich an den Jakobus-Brief im Neuen Testament: „…wenn in eure Versammlung ein Mann kommt mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es kommt aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, und ihr seht auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprecht zu ihm: Setz du dich hierher auf den guten Platz!, und sprecht zu dem Armen: Stell du dich dorthin!, oder: Setz dich unten zu meinen Füßen!, macht ihr dann nicht Unterschiede unter euch und urteilt mit bösen Gedanken?" (Jakobus 2, 2-4). Wie gut wäre Jattas Reputation, wenn er nicht dieses hochbezahlte Supertalent, sondern Regionalliga-Kicker wäre, der sein Geld als Lackierer verdient?

 

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