Wissenschaftlich?

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Wissenschaftlich?

Wenn Virologe Drosten sagt, drastische Einschränkungen im Reiseverkehr seien aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll, erinnert er mich an Menschen, vor denen Psalm 73 warnt: „Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden." (Vers 9) Denn ich vermute, dass Ökonomen, Juristen, Höhlenforscher, Soziologen, Historiker, Orientalisten, Philosophen, Pädagogen, Psychologen, ich als Theologe und sicher noch eine Reihe anderer eine ergänzende bis abweichende Sicht auf die Dinge haben, ihr Fach aber ebenfalls nach wissenschaftlichen Kriterien betreiben. Die schleichende Vereinnahmung des Begriffs „wissenschaftlich" durch (Schul-)Medizin und Naturwissenschaft mit der Intention, man hätte Zugang zu der einzig gültigen Wahrheit, muss ersetzt werden durch das, was Wissenschaft eigentlich sein sollte: ein interdisziplinärer Diskurs, ein unabschließbares Ringen auf vielen Ebenen um Erkenntnis, das um Irrtümer, Einseitigkeiten und Begrenzungen weiß und ständig im Modus der Kritik läuft. Aus virologischer Sicht mögen Reiseeinschränkungen sinnvoll erscheinen. Aber damit ist auf Erden noch nicht das letzte Wort zur Sache gesagt, vom Himmel her schon gar nicht.

 

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